BAZILLUS hoch und trocken

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BAZILLUS hoch und trocken

Für uns sind die beiden Pannen der letzten Tage Zeichen dafür, dass die Zeit gekommen ist, Abschied zu nehmen. Wir beschliessen direkt, den Ort Levkas anzulaufen und bereits zwei Stunden nach dem Auslaufen aus der Abelike-Bay liegen wir dort vor Buganker. Wir übernachten noch einmal alle zusammen auf

Zeichnung von Rebekka Abelike-Bay

BAZILLUS, am folgenden Montag suchen wir uns ein Hotel. Von See aus ist uns mehrmals eine Siedlung von pastellfarbenen Häusern in verschiedenen Rot-, Gelb- und Orangtönen aufgefallen, die sehr geschmackvoll an einem Abhang an der Ostküste der Insel Levkas errichtet worden sind. Das Red Tower Hotel ist als etwas Besonderes im Merian-Reiseführer erwähnt. Im familären, familienfreundlichen Apartmenthotel bewohnen wir ein Turmhäuschen bis zur unserer Abreise aus Griechenland . Die verbleibenden Tage benötigen wir, um BAZILLUS zu reinigen und aufzuräumen. Der Satz der Motorenbatterien wird noch ersetzt. Am 2. Juni um 10.30 endet unsere Reise. Fabian, Rebekka und ich verlassen morgens früh Levkas. Um 8.00 Uhr passieren wir die Hebebrücke am Nordeingang zum Levkas-Kanal. Nochmals weht uns für eine Stunde die Seebrise um die Ohren. Abschied vom Meer fällt mir immer schwer, diesmal besonders. Die Zeit war intensiv, zu schnell sind die 3 Monate für mich vergangen. Wehmütig blicke ich ein letztes Mal aufs offene Meer. 400 Kilometer in Westlicher Richtung liegt Italien. Seit unserer Abfahrt am 14. März habe ich mit BAZILLUS exakt 1699 Seemeilen Kurs über Grund zurückgelegt. BAZILLUS hat sich bestens bewährt und wir haben alle die Reise unbeschadet überstanden. Wir sind dankbar als unser Schiff hoch und trocken auf dem Areal der Kleopatra-Marina steht. Missis Sophia Eliadis, die gute Fee der Marina, hat alles gut vorbereitet. Zur abgemachten Zeit wird BAZILLUS vom riesigen Kran aus dem Wasser gehoben, mit dem Hochdruckreiniger abgespritzt, zum vorbereiteten Platz bugsiert und sanft auf Holzböcke abgesenkt. Alles dauert eine knappe Stunde. Für griechische Verhältnisse eine ungewöhnliche Präzision. Alle auf dieser Werft sind sehr freundlich und hilfsbereit. Wir sind froh, BAZILLUS diesen Menschen für die nächsten zwei Jahre anzuvertrauen. Im nächsten Frühjahr wollen wir wiederkommen. Zwei Tage Arbeit noch mit Reinigung, Wartungsarbeiten an Motor, Generator, Batterien vergehen im Nu.

Speisekarte von Makr-Koch Giorgo

Am letzten Abend essen wir nochmals in der Taverne "Anker" in Levkas und kaufen zum Abschied ein Bild von Giorgio. Giorgio kocht nicht nur hervorragend, hier essen wir die beste Moussaka, er malt ebenso grossartig, In schlaflosen Nächten soll er jeweils bis in die Morgenstunden an seinen Bilder malen. Dank Beethoven, so nennt er unseren Kollegen Ueli Wegmann, kommen wir in den Genuss eines seiner Bilder.

 

Wir versprechen, ihm eine Fotographie zukommen zu lassen. Das erworbene Bild ist ganz in Blautönen gehalten und zeigt in feinen Pastellfarben die Fassaden der Häuser seiner Strasse. Der Malstil von Georgio erinnert mich vom Gebrauch der Farben an Renoir. Seine Bilder zeugen von feinem Humor, Elemente der naiven Malerei finden sich in vielen Werken. Seine Kochereien sind ebenso überraschend. Herrausragend seine gefüllten Zucchini und Auberginen, seine verschiedenen Zubereitungen von Huhn. Dimitria seine symphatische Frau sowie seine beiden Söhne helfen beim Kochen und Bewirten der Gäste mit.

Am 4. Juni verlassen wir mit der Minoan Lines Fähre Ikarus Griechenland. Wir sind voller Erinnerungen und Bilder. Der Abschied fällt uns schwer, trotz vielen negativen Erlebnissen bezüglich Umweltzerstörung bleiben unvergessliche Erinnerungen.

 

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